Blogbeitrag 04.11.2025

Gleiteigenschaften wie von echtem Eis – Fraunhofer IWM und Glice AG erzielen Durchbruch in der Kunststoffeis-Entwicklung

04.11.2025

© Glice AG
Abb. 1: Aus einer Kunsteisplatte wird ein Prüfkörper hergestellt, dessen Gleitverhalten im Eisgleitsimulator gemessen und bewertet wird.
© Glice AG
Abb. 2: Im Eisgleitsimulator bewegt sich eine Schlittschuhkufe über eine Probe aus synthetischem Eis.

Prof. Dr. Matthias Scherge

In einem gemeinsamen Forschungsprojekt haben das Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg und die Glice AG in Luzern ein synthetisches Eis entwickelt, dessen Gleiteigenschaften denen von natürlichem Wassereis entsprechen. Ziel war es, ein nachhaltiges und wartungsarmes Eislauferlebnis zu schaffen – ganz ohne Kühlung oder hohen Wasserverbrauch.

Das Fraunhofer IWM untersuchte dafür die Kontaktmechanismen zwischen Schlittschuhkufen und Kunststoffoberflächen mithilfe eines eigens entwickelten Eisgleitsimulators. Auf Basis der gemessenen Reibungs- und Abriebwerte wurde ein tribologisches Modell erstellt, das gezielte Materialoptimierungen ermöglichte.

Das Ergebnis ist eine Kombination aus einem ultrastabilen Polyethylen-Grundkörper und einer hochmobilen Oberflächenschicht mit besonders niedrigen Reibungskoeffizienten von etwa 0,035 – vergleichbar mit oder sogar besser als bei gefrorenem Eis. Damit eröffnet das Projekt neue Perspektiven nicht nur für umweltfreundliche Eislaufbahnen, sondern auch für technische Anwendungen im Maschinenbau, bei denen langlebige, reibungsarme und PFAS-freie Werkstoffe gefragt sind.

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